Zukunftsfähiges Wirtschaftswegenetz
Ländliche Wege gemeinsam fit machen!
Straßen und Wirtschaftswege im ländlichen
Raum dienen als Verbindung von Gemeinden und Gemeindeteilen und sollen die
Erreichbarkeit der Wohn- und Arbeitsorte garantieren. Da 80 Prozent der
Fläche der Bundesrepublik Deutschland forst- und landwirtschaftlich genutzt
werden, ist dieser Wirtschaftszweig besonders von einem gut ausgebauten
Wegenetz abhängig. Doch das gegenwärtige Landwirtschaftswegenetz in Deutschland
entspricht in großen Teilen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen der Nutzer.
Da Landwirte immer weiter auseinanderliegende und umfangreichere Flächen
bewirtschaften müssen, die Fahrtgeschwindigkeit durch den Kostendruck zu
nimmt, eine hohe Nutzungsfrequenz vorliegt und die landwirtschaftlichen
Maschinen immer größer und schwerer werden, haben sich neue Ansprüche im
Hinblick auf die Qualität des Wegeausbaus entwickelt. Aus der Tatsache heraus,
dass die Grundlage für die meisten landwirtschaftlichen Wege bereits im
18. und 19. Jahrhundert gebaut wurden, ergibt sich, aufgrund einer schrittweise
Entwicklung des Wegenetzes, eine starke Heterogenität im Hinblick auf das
Baualter, die Bauweise und die Belastbarkeit.
Um nun genau hier anzusetzen und den Landwirten eine durchgängige Erschließungs-und Transportmöglichkeit zu gewährleisten, hat sich die ILE Lahn-Taunus mit dem Ausbau des regionalen Wirtschaftswegenetzes beschäftigt. Dabei ging es um eine erste Bestandsaufnahme, die jedoch nicht den Anspruch erhebt, Frage zu klären, die sich mit Finanzierungen und Zuständigkeiten befassen. Die identifizierten Wege fließen nun in ein erstes landesweites Konzept ein.
In den letzten Monaten wurden hierfür zum einen anhand einer Übersichtskarte (TK 25) in Kleingruppen diejenigen Wirtschaftswege identifiziert, welche aus Sicht der Landwirtschaft eine hohe Priorität besitzen. Zum anderem erfolgte durch eine vollständige Befahrung dieser ausgewählten Wege vor Ort eine qualitative Wegebegutachtung, sodass nun Ergebnisse zu folgenden Fragen aufgezeigt werden können:
• Was sind die wichtigsten Wegezüge?
• Wo ist eine erstmalige Durchgängigkeit erforderlich (z.B.
Lückenschlüsse)?
• Wo ist eine Umfahrung stark frequentierter Bundesstraßen oder enger
Ortsdurchfahrten erforderlich?
• Wo ist eine Verbreiterung, Verbesserung oder Instandsetzung nötig?
• Welche Wegezüge genügen den künftigen Anforderungen?
| Workshops zur Diskussion des
Vorkonzeptes
In jeweils einem Workshop für die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen und die beiden Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau, wurden die vorliegenden Ergebnisse mit den Bürgermeistern und Landwirten diskutiert. Die Ergebnisse dieser Workshops dienen als Grundlage für zukünftige Planungen und fließen somit in das landesweite Zukunftswegekonzept ein. Verbandsgemeinde Katzenelnbogen
Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau |
Ergebniskarten
Das digitalisierte Konzept mit den wichtigsten Wegezügen und Maßnahmenplanungen für die Verbandsgemeinden finden Sie nachfolgend:
In diese Karten sind die wichtigen Wegezüge eingezeichnet. Die Farben haben dabei folgende Bedeutung:
Violette Wege
Erstmalige Durchgängigkeit erforderlich, z.B. Lückenschlüsse
Umfahrung von stark frequentierten Bundesstraßen erforderlich
Umgehungen enger Ortsdurchfahrten erforderlich
Dünne, rote Wege
Wegestücke, die den zukünftigen Anforderungen genügen oder mit Ausbaumaßnahmen
erst zu einem späteren Zeitpunkt
Dicke, rote Wege
Verbreitung, Verbesserung, Instandsetzungen nötig
Orangene Wege
Zubringerwege zum Verbindungswegenetz von z.B. von einzelnen Höfen

