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Bedarfsanalyse "Wohnen im Alter"

Die durchgeführte Studie zum „Wohnen im Alter“ zeigt, dass Senioren ihren Ruhestand gerne in der bekannten Umgebung verbringen wollen. Wenn sie auf Betreuung angewiesen sein sollten, dann allenfalls lieber in gemeinschaftlichen Wohnformen, als bei den eigenen Kindern oder im Seniorenheim.

Das Projekt
Die Bevölkerung der Lahn-Taunus-Region wird, wie auch in vielen anderen Teilen Deutschlands insgesamt älter und weniger (demografischer Wandel). Innerhalb der älteren Bevölkerung wird besonders die Altersgruppe der Menschen ab 80 Jahren besonders stark zunehmen: Sie wird sich im Rhein-Lahn-Kreis von 2007 bis 2050 voraussichtlich mehr als verdoppeln.
Darüberhinaus findet ein tiefgreifender Strukturwandel statt, der neue Ansätze wie z. B. im Wohnbereich erfordert. Aus diesem Grund führte das Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS) im Auftrag der drei Verbandsgemeinden der ILE-Region Lahn-Taunus und in Zusammenarbeit mit der ILE-Projektgruppe ‚Lebenswert Leben – Jung und Alt profitieren voneinander‘ eine Bedarfsanalyse durch, um die Dienstleistungen und Wohnangebote sowie die Bedürfnisse und Wünsche der heutigen und zukünftigen Senioren zu erheben. Bestandteil der Analyse waren mehrere Experteninterviews mit Fachleuten aus den Bereichen Pflege, Verwaltung und Immobilienwirtschaft, Gruppendiskussionen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie eine Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner der drei Verbandsgemeinden.

Die Ergebnisse
Insgesamt beteiligten sich an der Haushaltsumfrage 454 Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinden Bad Ems, Katzenelnbogen und Nassau.
Zwei Drittel der Wohnungen nicht barrierefrei
Dabei zeigen die erhobenen Daten und Informationen, dass heutige und zukünftige Senioren ihr Rentenalter überwiegend in ihren eigenen vier Wänden verbringen wollen. Demgegenüber beabsichtigt nur jeder Sechste im weiteren Verlauf des Lebens nochmals umzuziehen. Dass mit dem Verbleib im Eigenheim teilweise auch vereinzelte präventive Vorbereitungen getroffen werden müssten, war einem Großteil der befragten Bürger bisher nicht bewusst. So gaben zwei Drittel an, dass ihr aktueller Wohnort nicht barrierefrei ist und nur ein Fünftel hat derzeitig die Absicht noch vor Auftreten von körperlichen Einschränkungen altengerecht umzubauen. Während 60 Prozent der Befragten so lange wie möglich in ihrer jetzigen Wohnsituation verbleiben wollen, können sich dies allerdings nur noch 40 Prozent bei größerer Hilfebedürftigkeit vorstellen.

Gemeinschaftliches Wohnen scheitert (noch) an fehlendem Kontakt
Eine bevorzugte Alternative ist überraschenderweise das Älterwerden in einer der gemeinschaftlichen Wohnformen – vor allem ein Leben in sogenannten Hausgemeinschaften und altersdurchmischten Wohnformen erfreuten sich mit 20 Prozent großer Beliebtheit. Die Umsetzung scheiterte bisweilen jedoch noch an dem fehlenden Kontakt zu Geleichgesinnten und der nicht vorhandenen Kenntnis über Möglichkeiten. Den geringsten Zuspruch für eine Altersresidenz erhielten allerdings das Seniorenheim und das Wohnen im Haushalt der eigenen Kinder.

Ergebnisse zeigen das Bedürfnis nach „normalen“ Wohnverhältnissen
Neben der Unterkunft im Alter ist auch die Selbstständigkeit durch Mobilität und die Versorgung mit den Waren des täglichen Bedarfs sowie genügend Gesundheitseinrichtungen ein besonders wichtiger Aspekt. Über 90 Prozent der Befragten gaben an, ihre Wohnortwahl auch abhängig von der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu machen – für 30 Prozent scheint sie sogar ausschlaggebend. Diese Ergebnisse verdeutlichen ein starkes Bedürfnis nach Autonomie und „normalen“ Wohnverhältnissen.

Die Projektgruppe „Lebenswert Leben – Jung und alt profitieren voneinander“ erarbeitet zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Handlungsempfehlungen für die vertretenen Verbandsgemeinden und Akteure der Lahn-Taunus Region. Die Ergebnisse werden auf einer gesonderten Veranstaltung im Herbst diesen Jahres vorgestellt. Zur Veranstaltung wird in Kürze noch einmal gesondert eingeladen. Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Interessenten sind dazu herzlich willkommen!

Veranstaltungen

14.04.2012
Auftaktveranstaltung zum Verein Gemeinsinn Lahn-Taunus e.V. in der Stadthalle Nassau ab 15Uhr. Im Rahmen dessen wurde der Verein und das Projekt "Wohnen im Alter" vorgestellt.
Präsentation "Gemeinsinn Lahn-Taunus e.V."
Pressebericht (RLZ Bad Ems, 18.04.2012)

17.04.2012
Informationsveranstaltung des Seniorenbeirats in der Verbandsgemeindeverwaltung in Katzenelnbogen ab 19Uhr zum Thema "barrierefreies Wohnen".  Auch hier wurde das Projekt "Wohnen im Alter vorgestellt.
Präsentation "Wohnen im Alter"

Dokumente

Fragebogen
Präsentation "Gemeinsinn Lahn-Taunus e.V." (14.04.2012)
Präsentation "Wohnen im Alter"
  (17.04.2012)

Pressemitteilungen und -berichte

Selbstständigkeit vs. Großfamilie? (31.07.2012)
Wie wollen ältere Einricher in Zukunft leben? (RheinLahnErleben, 10.02.2012)
Pressemitteilung (11.04.2012)
Pressebericht (RLZ Bad Ems, 18.04.2012)

Kontakt

Nicola von Kutzleben, Institut für Ländliche Strukturforschung
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